Unter einem leisen Knacken und Knirschen gaben die unzähligen Fälschungen dem Druck der Dampfwalze nach. Mehr als einzelne Bruchteile und Splitter sind von den nachgemachten Reisenthel Taschen und Transformer-Autos nach dieser Prozedur nicht übrig geblieben. Zu Recht, denn Fälschungen schaden nicht nur dem Geschäft der Unternehmer, sondern unter Umständen auch der Gesundheit der Verbraucher - vor allem kleiner Kinder.
Sorgloses Verhalten bei der Suche nach Schnäppchen.
Um das öffentliche Bewusstsein in Hinblick auf die Auswirkungen von Plagiaten zu schärfen, veranstaltete das Museum Plagiarius gestern einen Aktionstag mit vielfältigen Veranstaltungen rund um das Thema Fälschungen und Plagiate. Pünktlich zum Welttag des geistigen Eigentums unterstrich Christine Lacroix vom Museum Plagiarius die Bedeutung des Themas: „Geistiges Eigentum umfasst Ideen, Kreativität und Know-how, um Produkte zu schaffen. Die Konsumenten wollen Innovationen, sind aber meist nicht dazu bereit, die entsprechenden Preise zu zahlen.“ Schnäppchenjäger kaufen auf der Suche nach günstigen Gelegenheiten oftmals Artikel, die unter unwürdigen Herstellungsbedingungen und ohne Qualitätskontrollen gefertigt wurden.
„Fälscher handeln aus Profitgier und schmücken sich mit fremden Federn“, erläuterte Christine Lacroix. „Die Konsumenten tragen eine Mitverantwortung, denn ohne Nachfrage entsteht kein Angebot.“
Mit solchen sorglosen Konsumenten hat der deutsche Zoll tagtäglich zu tun. Doch außer gefälschter Kleidung und Elektrogeräten befinden sich oftmals auch äußerst skurrile Mitbringsel in den Koffern deutscher Urlauber: eingelegte Kobras, ausgestopfte Eidechsen und Krokodilköpfe. Tiere, die oftmals unter Artenschutz stehen, werden nicht selten von den Zollbeamten entdeckt. Um den Besuchern einen Einblick in ihre Arbeit zu geben, waren die Hauptzollämter Krefeld und Düsseldorf mit einem Informationsstand vertreten und klärten über die möglichen Folgen eines Verstoßes auf.
Eine besondere Attraktion des Aktionstages war die Vorführung der Hundeführer des Zolls. Mit eigens präparierten Reisekoffern testeten die Zollbeamten den feinen Geruchsinn ihrer tierischen Kollegen. Die ausgebildeten Hunde, die zum Beispiel am Düsseldorfer Flughafen zum Einsatz kommen, erschnüffelten ohne zu zögern das in den Gepäckstücken versteckte Rauschgift. „Das Ganze basiert auf dem Spiel-und-Beute-Trieb des Hundes“, erklärte Martin Heck, „Wichtig ist nach getaner Arbeit die Bestätigung durch den Hundeführer, um zu signalisieren, dass das Tier seine Sache gut gemacht hat.“
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