Am Ende sollen fertige Produkte stehen - mindestens zwei Prototypen, hergestellt von der Lebenshilfe, die im Südpark gerade ihre neue Werkstatt baut. Bevor etwas in die Hand genommen werden kann, rauchen aber die Köpfe: Am nächsten Mittwoch kommen Kreative, Unternehmer, Wissenschaftler und Politiker zum „Zukunftsforum“ in den ehemaligen Hauptbahnhof. 91 Anmeldungen aus Wuppertal, Solingen und Remscheid haben die Veranstalter schon: Bergische Entwicklungsagentur und Sanierungsgesellschaft Südliche Innenstadt.
Sie stehen hinter dem Projekt „Bergischer ThinkTank“ - der Denkfabrik, die beim „Create.-NRW-Wettbewerb 2008“ als regionales Schlüsselprojekt ausgezeichnet wurde. Kreativwirtschaft und Industrie sollen gemeinsam Innovationen hervorbringen. Untertitel des Zukunftsforums: „Neues Denken schafft neue Märkte“.
Knapp 550 000 Euro lassen sich das Land und die EU (zusammen 80 Prozent) sowie die hiesigen Projektträger und -partner die Denkfabrik kosten. Sie soll bis Sommer 2012 in Betrieb bleiben, wird von Dr. Mira Stock (Sanierungsgesellschaft) und Oliver Francke (Entwicklungsagentur) koordiniert.
Oliver Francke begann seine Arbeit vor fünf Wochen. Der gebürtige Solinger, der in Wuppertal wohnt, arbeitete als selbstständiger Texter und als Leiter Unternehmenskommunikation. „Das ist das größte mir bekannte Zusammentreffen von Vertretern der Kreativwirtschaft in der Region“, kündigt der 40-Jährige das „Zukunftsforum“ an. Sein Ziel: Das Projekt „von der verkopften Ebene auf den Boden ziehen.“
„Wir können weit mehr, als wir im Moment darstellen.“
Bodo Middeldorf Bergische Agentur
Intelligente Köpfe sind trotzdem gefragt. Im Forum Produktdesign referieren am 2. Dezember Dipl.-Designer Dorian Kurz und Prof. Dr. Thomas Müller-Kirschbaum, Leiter Forschung und Entwicklung bei Henkel. Prof. Dr. Lutz Becker von der Karlshochschule in Karlsruhe moderiert und nimmt die Teilnehmer mit auf einen „Ideen-Parcours“. Ob und wie erfolgreich das Zukunftsforum ist, das misst ein weiterer Professor: Dr. Paul J. J. Welfens von der Universität Wuppertal beobachtet, welchen Effekt die Vorträge und die folgenden Workshops auslösen.
Für Organisator Oliver Francke ist das Ziel klar: „Wir müssen Themenschwerpunkte festlegen. Wo drückt der Produktschuh? Welche Kompetenzen haben wir?“ „Diese Region hat Potenzial“, ist Bodo Middeldorf sicher, der Geschäftsführer der Bergischen Entwicklungsagentur. „Wir können weit mehr, als wir im Moment darstellen. Aber was führt uns tatsächlich zum Erfolg? Wir müssen die Kräfte in der Region bündeln.“
Auf das Forum folgen zwei mit 10 000 Euro dotierte Wettbewerbe, die fertige Produkte hervorbringen sollen.
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