18-08-08:

Denkfabrik Südpark

Anke Svensson heißt die neue Geschäftsführerin der Sanierungsgesellschaft südliche Innenstadt, die mit Baudezernent Hartmut Hoferichter unter anderem die Vermarktung des Areals voran bringen soll.


Sänger Clueso brachte es bei seinem Auftritt im Südpark vor vier Wochen auf den Punkt: „Wenn das hier mal keine geile Location ist.” Wenn auch in der Wortwahl wahrscheinlich ein bisschen gewählter ausgedrückt, sieht das die Solinger Lebenshilfe sicherlich ähnlich, die im Südpark eine neue Werkstatt für Menschen mit psychischen Behinderungen errichten will. So viel Zuspruch freut das Geschäftsführer-Team der Sanierungsgesellschaft südliche Innenstadt, neben Baudezernent Hartmut Hoferichter ist das Anke Svensson. Sie hat zum 1. März die Nachfolge von Vera Rottes angetreten.

Frau Svensson, Sie sind aus der Stadtverwaltung zur Sanierungsgesellschaft gekommen. Was haben Sie bei der Stadt vorher gemacht?

Svensson Bei der Stadt Solingen bin ich seit 1993. Ich war angebunden ans Büro des Oberbürgermeisters und habe mich vor allem um die interne Organisation gekümmert. Unter anderem hatte ich mit die Projektleitung bei der Fusion der Volkshochschulen von Solingen und Wuppertal zur Bergischen VHS, aber ich war auch in die Erweiterung des Rathauses involviert. Zudem habe ich mich um das Thema gekümmert, wie man EU-Fördergelder in die Klingenstadt holen kann.

Dann sind Sie ja an der richtigen Stelle, da auch die Sanierungsgesellschaft in diesen gesamten Prozess um Fördergelder aus den Ziel-II-Programmen eingebunden ist.

Svensson Wir haben einen Beitrag für den Förderwettbewerb Create im Mai eingereicht – Bergischer ThinkTank. Mitte nächsten Monats wissen wir, ob wir zu den Wettbewerbsgewinnern gehören. Beim vorgeschalteten Ideenwettbewerb waren wir unter den sechsen von 117 Konzepten, die eine Auszeichnung erhalten haben.

 

Und was beinhaltet dieses Projekt?

 

Hoferichter Es ist als Denkfabrik zu verstehen. Wir haben bereits 23 Kooperationspartner, angefangen von den Südpark-Künstlern, mehreren Firmen, dem Museum Plagiarius, der IHK, dem Bergischen Institut, der Bergischen Entwicklungsagentur bis hin zu den Wirtschaftsförderungen von Solingen und Remscheid. Die sollen alle zusammen einfach mal – nennen wir es salopp – drauflos spinnen. Also denken ohne Schranken im Kopf.

Was könnte da am Ende bei herauskommen?

Hoferichter Ziel ist die gemeinsame Entwicklung eines Produktes, das dann jemand vermarkten kann und dadurch Arbeitsplätze schaffen kann.

Das hört sich jetzt aber erstmal sehr vage an.

Hoferichter Es ist ja auch ein sehr offener Prozess. Aber in Wien hat es mit solchen Kreativwerkstätten bereits gute Erfolge gegeben.

Svensson Das passt auch ganz gut, weil 2009 das Europäische Jahr der Kreativität und Innovation wird.

Sehr viel konkreter sind aber die Aufgaben der Sanierungsgesellschaft bei der Vermarktung des Geländes.

Svensson Und da kommen wir gut voran. Die Firma Meis baut ja bereits auf der Rückseite von den Güterhallen. Die Lebenshilfe wird ebenfalls bald starten, sie plant auf einem Teil des großen Grundstücks vor den Güterhallen eine Werkstatt als Ort für Innovationen. Dort ist auch noch Platz für weitere Ansiedlungen. Das Areal ist ja nicht als städtische Festwiese vorgesehen. Und an der Ecke Birkenweiher/Bahnhofstraße besteht die Option auf den Bau eines mehrgeschossigen Bürogebäudes.

Wie schnell wird sich denn der Südpark füllen?

Hoferichter Wenn wir dort alle Nachfragen bedienten, schnell. Aber wir haben beispielsweise Handel ausgeschlossen, obwohl es da auch schon Interessenten gegeben hat.

Svensson Wir wollen gerne Werbeagenturen, Designer, kreatives Handwerk oder beispielsweise auch Patentanwälte ansiedeln. Stark störendes Gewerbe passt nicht in dieses Gebiet.

Hoferichter 30 Prozent der Fläche haben wir bereits vermarktet. Zeitlich gesehen haben wir aber auch keinen großen Druck. Durch die ersten Bauarbeiten bekommen wir nun vermehrt Anfragen, weil jetzt sichtbar wird, dass auch Flächen zwischen den Bahngleisen und den Güterhallen erworben werden können.

Das alte Zollamt ist verkauft. Wer zieht dort ein?

Svensson Erwerber sind ein Elektro-Unternehmer und ein Architekt, die dort innovative Produkte und Angebote aus ihren Branchen zeigen werden und unter anderem an eine Praxis für Krankengymnastik vermietet haben.

Wie lange wird es die Sanierungsgesellschaft noch geben?

Hoferichter Das steht derzeit noch nicht fest und hängt beispielsweise auch davon ab, ob wir für den EU-Wettbewerb den Zuschlag erhalten. Sie wird aber noch ein Stück ins nächste Jahr hinein tätig sein. Denn die Sanierungsgesellschaft kümmert sich ja auch um die europaweite Ausschreibung des Birkerbades. Und denjenigen, der den Zuschlag erhält, werden wir erst im kommenden Frühjahr gefunden haben.

Andrea Röhrig führte das Gespräch.

 

Sanierungsgesellschaft

Die Sanierungsgesellschaft südliche Innenstadt wurde im Rahmen der Regionale 2006 gegründet. Eigens zur Umsetzung der Pläne zur Realisierung des Südparks ins Leben gerufen, so koordiniert die Gesellschaft den Einsatz der Fördermittel von Land und EU sowie die Vermarktung der Flächen am ehemaligen Hauptbahnhof.



Arbeiten an der Spitze der Sanierungsgesellschaft südliche Innenstadt Seite an Seite: Anke Svensson und Baudezernent Hartmut Hoferichter. Foto: Martin Kempner
Arbeiten an der Spitze der Sanierungsgesellschaft südliche Innenstadt Seite an Seite: Anke Svensson und Baudezernent Hartmut Hoferichter. Foto: Martin Kempner



Quelle:

RP vom 18.08.08


Kontakte:
Anke Svensson
Sanierungsgesellschaft Südliche Innenstadt Solingen mbH & Co. KG
Tel.: (0212) 59988 - 0
a.svensson[@]solingen.de
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